Vereinschronik

Aus der Vereinschronik

Über 80 Jahre "Musikverein Loffenau", das sind mehrere Generationen, in denen Frauen und Männer mit viel Idealismus, persönlichen und finanziellen Opfern ihre Liebe zur Blasmusik bekundet haben. Man schreibt das Jahr 1921, in den umliegenden Ortschaften schließen sich immer mehr Musikliebende zu Gemeinschaften oder Vereinen zusammen. In Loffenau wurde auf Initiative von Karl Eisele am 4. Dez. 1921 im Gasthaus Sonne die Gründungsversammlung abgehalten.

1.Vorstand wurde -wie zu erwarten- Karl Eisele. Als Gründer gingen in die Vereinsgeschichte ein:

Aktive Musiker: Karl Eisele, Heinrich Kilgus, Emil Streeb, Julius Streeb, Imanual Seeger, Karl Bertsch, Emil Schweikart, Emil Klenk, Gottfried Mangler, Karl Möhrmann 1, Karl Möhrmann 2, Albert Mahler, Emil Günther, Gustav Beck, Gustav Lehmann, Jakob Zeltmann, Otto Grimm, Karl Seeger, Gottlieb Sturm.

Passive Mitglieder: Emil Fieg, Jakob Schofer, Karl Mahler, Hermann Hecker, Karl Stickel, Ludwig Stickel, Karl Zeltmann, Karls Zimmermann, Albert Hecker.

Um etwas Geld in die noch leere Vereinskasse zu bekommen, beschloß man folgende Beiträge zu erheben: Bei Eintritt in den Verein 5,- RM und monatlich 3,- RM. Für die damaligen wirtschaftlichen Verhältnisse fürstliche und spürbare Beträge.

Nun war das größte Problem zu lösen - die Beschaffung der noch erforderlichen Instrumente und Noten. Die meisten hatten schon vorher ihr Instrument unter großen Opfern selbst gekauft und dank der finanziellen Unterstützungen durch Emil Fieg wurden auch diese Schwierigkeiten überwunden. Der junge Verein hatte mit dem Alt-Sonnenwirt den richtigen Mann zum Kassierer gewählt. Er wurde bereits 1924 zum Ehrenmitglied ernannt. Nachdem es Karl Eisele gelungen war, als Dirigenten Ludwig Hermann aus Gernsbach zu gewinnen, konnten regelmäßige, Proben im Gemeindehaus (Kinderschule) abgehalten werden.

Nach kurzer Zeit übernahm Wilhelm Grötz aus Hörden den Dirigentenstab,und bald konnte man Märsche, Walzer und Polkas spielen. Dadurch wurde es auch möglich, bereits 1922 in Staufenberg beim Gartenfest und Umzug des dortigen Musikvereins erstmals öffentlich aufzutreten.

Gründungskapelle:

Jakob Streeb, Gottlieb Mahler, Karl Möhrmann, Gottlieb Merkle, Jakob Hecker, Heinrich Kilgus, Friedrich Schofer, Gottfried Mangler, Wilhelm Schenkel (Dirigent), Friedrich Reule, Emil Streeb, Gottlieb Möhrmann, Gottlieb Sturm, Karl Bertsch, Emil Schweikart, Gustav Lehmann' Gustav Beck ' Imanuel Seeger, Karl Möhrmann, Emil Günthner, Jakob Zeltmann, Ludwig Seeger

Diese Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung, die natürlich alle zu Fuß erfolgten, waren fortan sehr beliebt, auch wenn man hin und wieder vom Regen bis auf die Haut durchnäßt nach Hause kam. Die inflationäre Entwicklung der Reichsmark ist im Protokoll 1923 ersichtlich. War der Vereinsbeitrag im 1. Vierteljahr bereits auf 150,- RM angestiegen, so stieg er über 450,- und 6000,- RM auf 50 Milliarden im 4. Quartal 1923. Aus diesem Grund reichte auch eine durchgeführte Sammlung nicht mehr für den Kauf eines B-Basses aus, sondern es reichte gerade noch für Noten. Diese schlechten wirtschaftlichen Jahre waren auch der Grund für den häufigen Vorstands- Dirigenten- und Musikerwechsel in den Reihen des jungen Vereins.

Ständchen dem Vereinsgründer, Karl Eisele, zum Abschied vor der Reise nach Nord-Amerika am 29.03.1927

Ein denkwürdiger Tag ist auch der 12. Januar 1924. Im Gemeindehaus fand die 1. Weihnachtsfeier statt und die Loffenauer konnten die ersten Konzertstücke hören. Diese Veranstaltung erfreut sich seither allgemeiner Beliebtheit und fand mit wenigen Ausnahmen bisher regelmäßig statt, bereichert durch Theaterstücke. Nach den guten Erfahrungen, die man beim Besuch von auswärtigen Gartenfesten gemacht hatte, wollte man auch einmal ein solches abhalten, um die Kameradschaft im Ort und zu den Nachbarvereinen zu fördern, und nicht zuletzt das Vereinssäckel zu stärken. Am 9. August 1925 waren alle Vorbereitungen für das Fest in der Reut (unter den Eichen) getroffen. Doch der Wettergott meinte es nicht gut mit den wackeren Musikern, denn es regnete den ganzen Sonntag in Strömen. So blieb man im Vereinslokal und nahm dort die Musikkapellen Sulzbach, Hörden und Staufenberg in Empfang, die trotz Regen, mit "klingendem Spiel ins Dorf zogen und wie die Wassermäuse ankamen", wie der Chronist festhielt.

- Wie froh wäre man damals um ein Zelt oder gar einer Festhalle gewesen. -

Ein Jahr später hatte man mehr Glück, nach dem Fest auf dem Heidenbuckel (alter Sportplatz) waren alle zufrieden, auch der Kassier. Gastvereine waren Hörden, Staufenberg, Hilpertsau und Lautenbach. Ein großes Erlebnis und der bisherige musikalische Höhepunkt für die aktiven Musiker war die Teilnahme am "Preis-Wettspielen" in Kuppenheim am 14. August 1927. Unter der Leitung von Dirigent Grötz aus Hörden, spielten sie die "Mignonette Ouvertüre" in der C-Klasse und erreichten von acht Vereinen einen vielbeachteten 1. Preis. Ein schöner Erfolg für die junge Kapelle und als sichtbares Zeichen durften sie einen Silberpokal mit nach Hause nehmen, der sicher einige Male mit einem guten Tropfen gefüllt wurde. In den Folgejahren wirkten die Musiker bei Veranstaltungen der Feuerwehr, bei Hochzeiten und Tanzveranstaltungen mit. Zur Generalversammlung im März 1929 gab der rührige und stets zur Gemeinschaft, Kameradschaft und Einigkeit ermahnende damalige 1. Vorstand, Emil Schweikart, dem Verein neue Statuten. Sie umfassen 24 Paragraphen. In § 3 heißt es z.B. interessanterweise: "Aktives Mitglied kann nur derjenige werden, der vom Dirigenten sowie Verwaltungsrat als hierzu befähigt erkannt wird. Der betreffende Bewerber hat sich beim Dirigenten einer Probe zu unterziehen." § 8 behandelt das ewig ungelöste Problem des pünktlichen Probenbesuchs. "Wer unentschuldigt eine Probe versäumt, hat 50 Pfg. an die Vereinskasse zu zahlen, falls er nicht spätestens 24 Stunden danach beim 1. Vorstand eine schriftliche Entschuldigung eingereicht hat."

Mit zunehmender Arbeitslosigkeit während der Wirtschaftskrise kam der aufstrebende Verein immer mehr in finanzielle Schwierigkeiten. Die bisher regelmäßig abgehaltenen Tanzabende und Kappenabende brachten nicht die erforderlichen Einnahmen, die ein Musikverein benötigt. Alle Veranstaltungen waren sehr schlecht besucht. Der Jahrmarktstanz 1929 brachte sage und schreibe 8,75 RM. Das Dirigentenhonorar wurde gekürzt, oft mußten die Proben ganz ausgesetzt werden.

Diese Entwicklung spiegelt sich am besten in der Mitgliederzahl wieder. Waren es im Gründungsjahr 28 Musikfreunde, erhöhte sich die Zahl derer bis 1928 auf 128, so waren es im Jahr 1935 nur noch 47 Freunde des Musikvereins, die treu zur Fahne und zur Idee hielten.

Auch eine Senkung des Vierteljahresbeitrags auf 60 Pf konnte diese Entwicklung nicht verhindern. Trotz enormer Schwierigkeiten ging der Musikbetrieb weiter und am Weihnachtstag 1931 fand zusammen mit dem Gesangverein ein beachtenswertes Wohltätigkeitskonzert in der Kirche statt, zugunsten der Winternothilfe und der Vereine. 1932 trat der Verein dem Bund süddeutscher Musikvereine bei und beteiligte sich gleich am Gaukonzert in Gernsbach. Nach einer Verfügung der Fachschaft für Volksmusik wurde 1937 Loffenau dem Bezirk Nagold zugeteilt. Erstreckte sich bisher die kulturelle Betätigung auf Tanzabende, Gartenfeste, Weihnachtsfeiern, Familienabende usw., so wurde die Kapelle ab 1933 vermehrt zu größeren Veranstaltungen wie Maifeiern, Fackelzügen und Kundgebungen herangezogen. Diese zusätzlichen Auftritte wurden durch einen jährlichen Zuschuß durch die Gemeinde honoriert. Bei diesen zahlreichen Verpflichtungen und jährlich abgehaltenen Gartenfesten auf der zentral gelegenen "Behwiese" vergingen rasch die letzten Vorkriegsjahre. Als die Kapelle am 12. März 1939 die Heldengedenkfeier für die im 1. Weltkrieg Gefallenen musikalisch umrahmte, drohte bereits der nächste Krieg. So blieb dies der letzte Auftritt, da durch Einberufungen zum Wehrdienst die Kapelle nicht mehr spielfähig war und zwangsläufig der Vereinsbetrieb erlahmte.

Nach Ende des 2. Weltkrieges, aus dem viele Musiker und Mitglieder nicht mehr zurückkehrten, war es der letzte amtierende Vorstand, Heinrich Sackmann, der sich ans Werk machte, den Verein wieder aufzubauen. Zunächst wurden die geretteten Instrumente gesammelt und an die ehemaligen Musiker und jungen Interessenten verteilt. Unter der Leitung des unermüdlichen Vizedirigenten Willy Zeltmann begannen im Winter 1947/48 die Musikproben in der "Sonne". Marschmusik wurde mit den Zöglingen im Steinbruch geübt. Über neun Monate, geprägt von Not, Trauer und Entbehrung waren vergangen, bis die kleine Kapelle zum 1. Mai und zu Silvester 1948 wieder zu hören war. Es waren 45 Musikfreunde, die der Blasmusik einen neuen Anfang gaben und die erste Verwaltung setzte sich wie nachstehend zusammen:

Heinrich Sackmann: Willy Zeltmann: Kassier: Schriftführer: aktive Verwaltungsmitglieder: passive Verwaltungsmitglieder: 1. Vorstand 2. Vorstand und Vizedirigent Gottlieb Merkle Willy Seeger Gottlieb Streeb und Alfred Merkle Karl Mahler und Albert Streeb

Nachdem Dirigent Oskar Grötz und bald darauf Herbert Rieger die Leitung übernommen hatten, ging es rasch wieder aufwärts. Am 4. Sept. 1949 konnte bereits ein Gartenfest in der Litzelbach abgehalten werden, welches ein großer Erfolg wurde. Dieses Fest fand bei der Bevölkerung eine breite Resonanz und der gute finanzielle Ertrag sowie der musikalische Ansporn bildeten die Grundlage für den weiteren Aufbau der Kapelle. Vor allem mußten Instrumente beschafft werden für die vielen Jungmusiker, die nach dem Fest zur Blasmusik drängten und nicht alle aufgenommen werden konnten. Die Kapelle wurde nun schnell wieder zum kulturellen Mittelpunkt in der Gemeinde. Alle Feierlichkeiten ernster und heiterer Art wurden musikalisch umrahmt, sogar Konzerte in Lautenbach, Herrenalb und Varnhalt gegeben.

Im Jahre 1951 sollte bereits das 30-jährige Jubiläumsfest gefeiert werden, doch Platzmangel, andere Jubiläen und die Fertigstellung der Festhalle verschoben es schließlich auf 1953. Nach vielen Mühen der Vorbereitung feierte man vom 13. bis 15. Juni das erste Jubiläum, verbunden mit einem Schulsportfest. Das Dorf prangte im Festschmuck, die Jubiläumskapelle unter Felix Mächler sowie zehn Gastkapellen, voran die Patenkapelle Sulzbach und die ganze musikfreudige Bevölkerung ließen das Fest zu einem großartigen Ereignis werden. Im gleichen Jahr ging auch ein langersehnter Wunsch aller Vereine, vor allem der Musiker und Theaterspieler, in Erfüllung, nämlich die Fertigstellung der Festhalle. In dieser schönen, mit einer hervorragenden Akustik ausgestatteten Halle war es eine Freude, zu musizieren und vor allem die immer noch beliebten Bauerntheater aufzuführen. Dies inspirierte auch einige Musiker zur Gründung einer Jazzkapelle". Nachdem sich Dirigent Rieger bereiterklärt hatte, selbst mitzuwirken, wurde offiziell eine Tanzkapelle des Musikvereins ins Leben gerufen.

Viele Proben waren vorausgegangen, als die Kapelle sich am 10. Juli 1955 beim Wertungsspiel in Vaihingen/Enz beteiligte und einen 2. Platz in der Mittelstufe errang. Stolz und mit Begeisterung kehrte man zurück, dieser Tag war Bestätigung und Ansporn zugleich in der musikalischen Leistung, vor allem für die jungen Musiker, und Aufforderung für weitere Wertungsspiele. Bestand die einheitliche Kleidung der Musiker bisher lediglich aus einer Mütze, so wurde es 1958 möglich, sie mit einer schmucken dunkelblauen Uniform auszustatten, was öffentlichen Auftritten eine

besondere Note gab. Dank der Unterstützung der Gemeinde konnte bereits 1964 eine strapazierfähigere Uniform angeschafft werden. Ein weiterer Höhepunkt im Schaffen des Vereins war im Jahre 1961 das 40-jährige Jubiläumskonzert in der Festhalle unter Mitwirkung der Patenkapelle Sulzbach. Der zunehmende Wohlstand brachte immer mehr Feriengäste ins Dorf, dabei kam man auf die Idee, diese mit Sommernachtsfesten zu unterhalten. Diese Veranstaltungen fanden großen Anklang und wurden seither neben den üblichen Gartenfesten jährlich in der Festhalle im Spätsommer abgehalten. Überhaupt hat der Musikverein schon immer neben der musikalischen Aufgabe die Geselligkeit auf verschiedenste Weise gepflegt. Besonders die Musikausflüge wurden fester Bestandteil im Vereinsgeschehen. Reiste man früher in die nähere Umgebung, so wurde es in jüngster Zeit möglich, zwei- und dreitägige Reisen - sogar ins Ausland zu unternehmen. Ebenso bemühte sich der Verein mit Erfolg, das durch Fernsehen und andere Massenmedien verwöhnte Publikum mit immer noch beliebten Theaterspielen und Fastnachtsveranstaltungen zu erfreuen.

Das 50jährige Jubiläum feierte der Verein 1971 mit einem großen Fest, verbunden mit dem Bezirksmusikfest des damaligen Bezirkes Pforzheim Mühlacker. Am Festumzug und Kritikspielen beteiligten sich viele befreundete Vereine Der Jubelverein zählte damals 285 Mitglieder, davon waren 22 Musiker unter Dirigent Herbert Rieger aktiv, sowie eine Gruppe von 20 Mädchen und Jungen bei Vizedirigent Alfred Streeb in Ausbildung.

Einen Einschnitt in das Vereinsleben brachte der Brand der Festhalle im Sommer 1970. Der Neuaufbau und die Umgestaltung waren 1973 beendet und der Einweihung am 1.12.1973 folgte die erste Musikprobe am 6.12.73 im neuen Gebäude. Für die Sommerfeste wurde 1971 in den Dorfwiesen der Festplatz neu angelegt. Das Jahr 1973 war für die politische Gemeinde bedeutsam, denn das bis dahin schwäbische Loffenau wurde durch eine Gebietsreform nun badisch und zählt fortan zum Kreis Rastatt. Aus diesem Grund erfolgte 1976 der Wechsel des Musikvereins Loffenau vom Bezirk Pforzheim-Miihlacker zur Bezirksgruppe Murgtal des Blasmusikverbandes Mittelbaden. Im Januar erfolgte die Verabschiedung aus dem Bezirk Pforzheim-Mühlacker mit der Bezirkshauptversammlung in Loffenau, bei der der damalige Vorsitzende, Willy Seeger, für sein langjähriges Engagement in der Blasmusik mit der Bundesfördermedaille in Gold ausgezeichnet wurde. Im November des gleichen Jahres wurde die Hauptversammlung des neuen Bezirkes Murgtal ebenfalls in Loffenau abgehalten.

In den nachfolgenden Jahren ergaben sich in der Gemeinde sehr viele Anlässe, bei denen die Kapelle des MVL mit ihrem Spiel zum Gelingen beitrug. So wurde 1977 die Eröffnung der Zweigstelle Loffenau der Bezirkssparkasse Gernsbach und die Wahl von BM Erich Steigerwald musikalisch umrahmt. Im Jahr 1979 wurde die Kapelle neu eingekleidet. In diesem Jahr wurde in Loffenau die deutsche Meisterschaft der Drachenflieger ausgetragen und die Kapelle wirkte beim Umzug mit. Ebenfalls in diesem Jahr erfolgte die Verabschiedung von Dirigent Herbert Rieger nach über 25jähriger erfolgreicher Tätigkeit als Dirigent. Das Jahr 1980 brachte einen internationalen Auftritt des Musikvereins Loffenau in Gabersdorf in der Steiermark beim Jubiläum des dortigen Musikvereins und in Loffenau wurde das 50. Jubiläum des Obst- und Gartenbauvereins mitgestaltet.

Das 60. Jubiläum des Musikvereins Loffenau wurde 1981 mit einem großen Sommerfest mit buntem Abend gefeiert. Im gleichen Jahr konnte die Einweihung der Sporthalle und die Obergabe eines Tanklöschfahrzeuges bei der Feuerwehr musikalisch umrahmt werden. Mit dem Gewinn der Goldmedaille im Dorfverschönerungs-Wettbewerb war 1983 ein Anlaß zum Feiern für die ganze Gemeinde gegeben. Ebenso war 1984 die Einweihung des Kurparks und 1985 die Freigabe des neugestalteten Laufbachweges Grund zur musikalischen Mitgestaltung der entsprechenden Festlichkeiten.

Eine böse Überraschung erlebte der Verein 1988, als dem damaligen Kassier Unregelmäßigkeiten in der Kassenführung nachgewiesen wurden. Dank des Einsatzes unseres Ehrenkassiers Otto Braun und der damaligen Bezirkssparkasse Gernsbach konnte Schaden vom Verein abgewendet werden.

1989 konnte dem evang. Kirchenchor bei einem Konzert zum 50. Jubiläum gratuliert, sowie die Feier zum 200jährigen Marktrecht in Loffenau begangen werden. Der Partnergemeinde Caderousse wurde 1990 ein Besuch abgestattet, der mit einem Konzert in der dortigen Gemeindehalle verbunden war und vielen Teilnehmern erstmals einen Einblick in die südfranzösische Lebensart gewährte. Am 1.8.1991 mußten wir unseren Ehrenvorsitzenden Willy Seeger zu Grabe tragen. Er hat sich um den MVL in unschätzbarer Weise verdient gemacht, war er doch seit 1930 bis zu seinem Tode ununterbrochen in der Verwaltung tätig.

Der Trachtenverein beging 1992 sein 10jähriges Jubiläum und die Kapelle beteiligte sich am großen Umzug. Nach langer Zeit beteiligte sich der Musikverein Loffenau 1995 wieder an einem Wertungsspiel anläßlich des Verbandsmusikfestes in Ottenau und belegte in der Mittelstufe einen achtbaren ersten Rang.

Diese Schilderungen können nur einen Teil aus der Vereinsgeschichte offenlegen. Die unzähligen Musikproben, Sommerfeste und Besuche bei befreundeten Vereinen gehören zum Alltag im Vereinsleben, ebenso wie die Höhen und Tiefen, die unser Verein im Laufe seiner 75jährigen Geschichte überstanden hat.

Der Wandel der Zeit hat uns in den letzten Jahren eine starke Individualisierung und damit leider ein nachlassendes Interesse am Gemeinschaftsleben und den traditionellen Vereinen gebracht. Wir wollen hoffen, daß es in Zukunft gelingt, diesen Trend zu brechen, damit es unserem Musikverein Loffenau vergönnt ist, einem Jubiläum noch weitere folgen zu lassen und sowohl den Musikerinnen und Musikern als auch den Zuhörern Freude und eventuell auch Trost mit unserer Musik zu bereiten.